Unser Ortsverein

Ich begrüße Sie herzlich auf unserer Website. Schön, dass Sie bei uns hereinschauen.

Der SPD-Ortsverein Bruckmühl ist Ihr politischer Ansprechpartner in unserer Gemeinde. Auf diesen Seiten erfahren Sie mehr über die handelnden Personen und die Ziele unserer Partei.

Machen Sie sich selbst ein Bild von uns.

Ihr

Konrad Hammerl
Ortsvereinsvorsitzender

Nachruf Heinz Schwarzmüller

Aus der Mitte

Wir trauern um den Genossen Heinz Schwarzmüller.

Heinz war einer aus der Mitte der Gesellschaft. Er war in München 1936 als Kind einfacher, armer Eltern geboren worden. Sieben Jahre darauf wurde die wenige Habe, der damals noch vierköpfigen Familie mit dem Haus komplett verschüttet. Auch das zweite Haus, in dem die Familie wohnte wurde ausgebombt. Der Vater, Steinmetz Franz Schwarzmüller, der seine Meinung zu oft, zu laut, und auch unaufgefordert mitgeteilt hatte, wurde ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Das hat Heinz Schwarzmüller geprägt, und er hat, neben dem erfolgreichen Aufbau seiner bürgerlichen Existenz, sich immer politisch engagiert. Er war ein streitbarer Geist und bekam im konservativ geprägten Bayern häufig Gegenwind. Das hat ihn aber nie davon abgehalten, für Demokratie und gegen Korruption in der Politik einzutreten. Speziell als die rechten Kräfte im Land wieder zu keimen begonnen hatten, da engagierte er sich leidenschaftlich gegen Rechts und gegen eine inhumane, faschistische Weltsicht.

Der SPDler, wie er sich selbst gern titulierte, heiratete 1958 seine Frau Erna, das Paar bekam in den Sechzigern zwei Söhne. Heinz war nicht nur SPD Mitglied, er engagierte sich auch bei „Gegen Vergessen“, bei „Mut und Courage“. Er half auch mit, Auftritte für Max Mannheimer und Hans Jochen Vogel zu organisieren. In den Siebzigerjahren war Heinz als Möbelverkäufer beruflich erfolgreich und zog nach Bruckmühl-Heufeldmühle, wo er mit seiner Familie ein Eigenheim gebaut hat. Heinz war aus der Mitte, er war Träger von sozialdemokratischem Wissen und Gewissen, seine Favoriten waren Willy Brandt, Helmut Schmidt und Hans Jochen Vogel. Menschen wie er haben das Nachkriegsdeutschland geprägt, mit ihrem Fleiß, ihrer Tatkraft und ihrer unermüdlichen Zielstrebigkeit. Früh engagierte er sich in der Bruckmühler SPD, war bei jeder Wahl Wahlhelfer und sorgte in der Gemeinde für Einhaltung der demokratischen Regeln. Demokratie und Frieden: Da machte er keine Kompromisse.

Seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag feierte er mit dem hundertjährigen Geburtstag der Bruckmühler SPD zusammen, was bei seiner Verwandtschaft teilweise auf harsche Kritik gestoßen war. Aber gerade das war ihm bedeutend, denn er war stets zu jedem Dialog bereit. Als jemand, der viel gewonnen hatte in der Nachkriegszeit, legte er großen Wert darauf, der Gesellschaft wieder etwas zurück zu geben. Er spendete viel, und als die fremdenfeindlichen Stimmen in unserem Land lauter wurden, da übernahm er die Patenschaft für einen aus Afghanistan geflüchteten Bürger und dessen Familie. Heinz war stets bereit etwas von seinem Wohlstand wieder abzugeben, was er auch tat. Menschlichkeit war ihm, neben der uneingeschränkten Unterstützung für seine Kinder, besonders wichtig. Zuletzt wollte er noch einmal ein Zeichen setzen, wollte noch durch die hiesigen Schulen ziehen und von seinem politischen Leben berichten und mahnen, man sollte die Zusammenhänge nicht vergessen. Seine Gesundheit erlaubte ihm das leider nicht, deshalb verfasste er noch ein Buch, mit dem Titel „Generativität“, das seine Ansichten und den Grund für seine nimmermüden Anstrengungen gegen das Vergessen begründete. Denn für seine Vorstellung von einem erfüllten Leben war es wichtig, dass sich in Deutschland Nationalismus, Rassismus und Staatsterror niemals wiederholen dürfen. Die Humanität einer zivilisierten Gesellschaft, die Kraft der Demokratie, der Zusammenhalt und den Frieden nach 75 Jahren weiter zu zementieren, das war ihm wichtig. Somit scheint es, trotz aller Traurigkeit vielleicht ganz passend, dass Heinz am Tag der Deutschen Einheit diese Welt verlassen hat. Denn Einheit, Einigkeit und Demokratie, das war etwas, wofür er durchaus streitbar stand.

Heinz Schwarzmüller starb am 3.10.2021 nach schwerer Krankheit mit 85 Jahren.